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Posts Tagged ‘Whiteboard’

Ich sehe heute morgen aus dem Fenster, das ganze Bild sinkt so in mich ein wie es in letzter Zeit eher an mir entlangperlt, und mir wird vom einen Moment auf den anderen klar: Scheiße, es ist nicht mehr Sommer.

Das nur einmal als kontextungebundener Einstieg, den ich erwähnt haben wollte.

Wer bei mir gelegentlich ein- und ausgeht, der weiß, dass ich seit Anfang des Jahres im Besitz eines Whiteboards bin, das dabei helfen soll die Gedanken und Daten aufzufangen, die aus meiner leckgeschlagenen Nussschale von Gehirn regelmäßig herauszufallen drohen.

Wer bei mir gelegentlich ein- und ausgeht, der kann – in einigen Fällen mehr, in anderen (leider) weniger – dem Drang nicht widerstehen sich einen Marker zu nehmen und irgendwelches Zeug auf die weiße Wand zu werfen. Nebenher kommen noch diverse Sätze, Notizen und Zitate dazu, die ich meinerseits dorthin verbanne, obwohl sie keinen wirklich praktischen Nutzen für mich haben.

Ich notiere sie seit zwei drei Monaten mit, bevor sie verschwinden.

Ich dachte mir, es wäre ein Jammer diese Fetzen Realität verschüttgehen zu lassen, wenn ich jeden Monat das Board einmal blankziehe. (Aus Gründen des schönen Scheins lasse ich übrigens alle Weisheiten weg, die sich auf Titten, Penisse und sonstige Geschlechtsteile beschränken. Ebenso wie die Dokumentation von Zeichnung derselbigen. Meine Einträge sind so schon lang genug. Echt jetzt.)

Nun denn. Juni 2010.

Selbstgeschriebenes:

Anpassung – Bedeutung / Vagabondage / Die mentale Repräsentation der Prolepse und ihre Relation zum Leben ist der Ursprung aller Frage nach der Daseinsberechtigung. Jede Daseinsberechtigung strebt nach einer Existenzgrundlage. / Days without. / Eisenschamane. Eisenspäne. Magnetenwahrsager. / Moment, für die Einstellung brauche ich ein anderes Subjektiv. / I wouldn’t say I killed the mood. More like, tortured it and impaled it letting it bleed to death in the sun. / CLM. Career limiting move. /

Ich wache in einem Traum auf

als Du und Ich aus unsrem Fenster

in die Welt hinausblicken

und ungeheure Seepferdchen Algennester

in der versunkenen Skyline bauen /

The cake is a pie

everything else is a lie!

You can’t die deny

and neither do I. /

Fremdgeschriebenes:

Das zweite X-Chromosom schickt der Teufel.

Juli & August 2010.

Selbstgeschriebenes:

Ich finde es ungeheuerlich so ungemein den Körper zu vergiften, dass ich keine Ahnung davon haben. (oder Angst?) / und dann vollführte er einen Trick, für den es keinen Sinn gab / 8-bit-Pixel Punk / burn down tomorrow (please.)

Fremdgeschriebenes:

Skateboard! / Come aboard our Wayne Train and we’ll go all the way to the Whateverest. / Buenos amigos som como la sombre! Cuando hoy sol estau contigo

Zitate:

In bed above we’re deep asleep

while greater love lies further deep

this dream must end this world must know

we all depend on the beast below /

(Dr. Who Fünfte Staffel, the beast below)

rattle his bones

over the stones

it’s only a pauper

who nobody owns /

there’s time to work

and time to play

and time to dance

the macabray

(Beides aus Neil Gaiman, The Graveyard Book)

Whiteboard Ende. Fürs Erste.

Eine Sache, auf die ich (mal nicht in eigener Sache) noch hinweisen wollte, ist eine über das Internet verbreitete Aktion, über die ich vor einigen Wochen gestolpert bin: den sogenannten Read-a-thon (Versteht ihr? So wie in read a ton – lies ’ne Menge und gleichzeitig eine Abwandlung von Marathon ahahahaaa…ha *rimshot*, okay hab mich wieder.); eine dieser virtuellen Gruppenaktivitäten, bei denen alle gemeinsam irgendetwas allein tun. Um es in meinen Worten zu sagen.

Die Sache ist eigentlich selbsterklärend: Alle „Teilnehmer“ lesen an den angesetzten Tagen (bzw. dem Tag) vierundzwanzigstundenlang. Wahlweise äußert man sich in Pausen oder wenn man spontan die Fähigkeit zu lesen vergisst (ein meines Erachtens nach nicht unwahrscheinliches Szenario) im Medium Internet über den Verlauf der persönlichen Odyssee. Wie ich es beispielsweise in diesem Blog und auf Twitter zu tun gedenke.

Ich bin recht angetan von dieser Idee. Als ein Mensch, der ich zwar leidenschaftlich und studiumsbedingt Viellesender bin, doch dessen Art des Lesens sich gerade in den letzten Jahren wohl am Besten mit der Futtern von Snacks beschreiben lässt. In Bussen, Bahnen. Auf dem Gang bis zur nächsten Vorlesung. Kleine Portionen von einer halben Stunde oder bestenfalls anderthalb Stunden, die lange im Kopf nachwirken, aber nicht viel Platz und Zeit in Anspruch nehmen. Informationsbündel.

Genau deshalb werde ich bei der Idee mitmachen. Als NaNoWriMo-Teilnehmer muss ich ja angenehmerweise im Antworttext nur ein paar Ausdrücke ersetzen, wenn mal wieder jemand fragt: „Aber was macht es für einen Sinn? Du kannst es doch an jedem anderen Tag genausogut machen. Wer kontrolliert das denn? Wirklich zusammen macht ihr das ja nicht wirklich, das ist dir schon klar?! Was bringt dir das?“ (Willkommen im Internet, du Ansammlung von Zellen, denen das alles nichts bringt.)

Vielleicht hast du ja auch Lust dir vierundzwanzig Stunden deines Jahres von ein paar Büchern stehlen zu lassen. Womöglich ist es ein Wahnsinnsritt für deine Aufmerksamkeitsspanne und dein Selbstverständnis. Oder dir ist langweilig. Oder es ist einfach noch zu viel Kaffee da. Oder der Trophyserver deiner Lieblingskonsole ist down UND OHNE KANNST DU NICHT SPIELEN WO BLEIBT DENN DA DER SINN?! Oder das Mädel, von dem du dachtest, dass sie dich nur zum Spaß und weil es sie heiß macht da angekettet hat, hat dir nur einen Stapel Bücher dagelassen, die dich vor der Isolation und dem Hunger bewahren können. Moment. Hörst du das? Hat sie in der Küche den Wasserhahn nicht ganz zugedreht?

Tropf.

Tropf.

Tropf.

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